Grundschule Lohne
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Nisthilfen für Wildbienen

Der Winter eignet sich sehr gut dazu, Nisthilfen zu bauen. Dazu nimmt man einfach Holzklötze aus Buche oder Obsthölzern und bohrt Gänge mit einem Durchmesser von 3-8mm.  Verschiedene Wildbienenarten bevorzugen unterschiedliche Durchmesser ihrer Nistgänge, man sollte also von allem etwas anbieten! 

Die Tiefe der Bohrungen bestimmt die Anzahl der Zellen, die in einem Nest gebaut werden können, daher ruhig „bis zum Anschlag“ bohren. Auf der Rückseite sollte der Gang allerdings geschlossen sein. Wichtig ist vor allem kein Kiefern- oder Fichtenholz zu verwenden, da diese weichen Hölzer in den Bohrungen ausfransen können und die Bohrungen dann von den Bienen nicht so gerne akzeptiert werden. 

Eine weitere Möglichkeit ist es, markhaltige Pflanzenstengel wie Brombeere oder Holunder zu bündeln (einfach in eine leere Konserve stecken) und als Nisthilfe anzubieten. Das Mark wird dann ausgefressen und die entstandene Höhlung als Nistgang benutzt.

 


Wildbienen

"Wildbienen" = "wilde Bienen"? Der Ausdruck mag den einen oder anderen Laien in die Irre führen, aber er ist mit Bedacht gewählt: Er meint nicht die wilden Vorfahren oder exotischen Verwandten unserer domestizierten Honigbiene, die vielen Menschen leider als einzige Bienenart bekannt ist; vielmehr soll er die mehr als 500 allein im deutschsprachigen Raum vorkommenden Wildbienenarten von der Hausbiene unterscheiden.
Dass vielen Menschen bei dem Begriff "Biene" nur die Honigbiene des Imkers einfällt, hat seine Gründe:
1. werden die durch ihre Größe und Färbung auffälligen Hummeln meist gar nicht als Wildbienen identifiziert, obwohl sie es eindeutig sind; 
2. werden etliche Wildbienenarten aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit den Honigbienen mit diesen verwechselt; 
3. sind nicht wenige Bienenarten durch den zerstörerischen Einfluss des Menschen schon recht selten geworden oder finden in Gärten nicht ihre geeigneten Lebensräume, werden also kaum wahrgenommen. 
4. und schließlich kommen Wildbienen in Siedlungsbereichen selten so massiert vor, fallen also nicht so auf wie Honigbienen, die ja konzentriert in mehreren Stöcken gehalten werden. Dies hängt mit dem Verhalten der meisten Wildbienenarten zusammen.
In Mitteleuropa gibt es etwa 700 Wildbienenarten, im deutschsprachigen Raum über 500. Von den sieben Bienen-Familien enthalten die ersten und gattungsreichen sechs Familien nur solche Gattungen, denen "Solitärbienen" angehören - also Einsiedlerbienen, die niemals "Völker" gründen und ganz oder eingeschränkt mit Artgenossen zusammenleben. Jedes Weibchen sorgt nach der Befruchtung alleine für Nachwuchs, indem es Eier in einer artspezifischen Höhlung ablegt, sie mit Nahrung für die ausgeschlüpften Larven versorgt und die Höhle dann verschließt. Wenn mehrere Weibchen derselben Art dies an derselben Stelle tun, so kooperieren sie meist nicht, sondern finden nur wegen der günstigen Nistgelegenheit zusammen (Aggregation).
Alle in Nisthilfen brütenden Wildbienen haben nur eine Generation pro Jahr. Das heißt, dass  die Brut, die während des Frühjahrs und Sommers angelegt wurde, erst im nächsten Jahr schlüpft. Der Winter wird in einem Ruhestadium überdauert. Die im Frühjahr aktiven Rote Mauerbienen zum Beispiel entwickeln sich während des Sommers bis zum erwachsenen Tier und fallen dann in die Winterruhe. Im nächsten Jahr sind sie dann in den Startlöchern, um Anfang April zu schlüpfen. Die im Sommer aktive Löcherbiene dagegen, überwintert als Ruhelarve in ihrem Kokon und vollendet ihre Entwicklung zum erwachsenen Tier dann im folgenden Frühjahr.
Deswegen sollte man auf keinen Fall im Winter alle Nisthilfen sauber machen oder die zugemauerten Löcher wieder aufbohren! Damit würde man den gesamten Bruterfolg der Arten zerstören, die man den Sommer über beobachtet hat. Erst wenn schon im zweiten Jahr aus einem Nest nichts geschlüpft ist, kann man die Bohrungen wieder öffnen. Allerdings ist das nicht notwendig, da alte Nester durchaus auch von den Bienen selber ausgeräumt und wieder besetzt werden. Man kann den Dingen also ruhig seinen natürlichen Lauf lassen.

Weitere Informationen
Wer mehr über Wildbienen und ihr spannendes Leben erfahren möchte, dem sei die Homepage "www.wildbienen.de" empfohlen. Hier bekommt man auch sehr gute Tipps wie man im heimischen Garten Wildbienen helfen kann. Wir bedanken uns beim dortigen Webmaster für obigen Text. 

Gefunden von Marcel, Klasse 4b

Mit freundlicher Genehmigung von
Lungauer Bienenlehrpfad Göriach - Lungau


© Grundschule Lohne Beate Breitenbach-Jost 03.03.03

letzte Aktualisierung: 03.03.03